Was ist Teilhabeberatung?

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Wir möchten Sie an dieser Stelle sehr gerne über das Beratungsangebot der ergänzenden, unabhängigen Teilhabeberatung mit dem Schwerpunkt Sehen informieren.

 

Die ergänzende, unabhängige Teilhabeberatung oft auch kurz EUTB® genannt, ist ein Angebot im Rahmen eines Projekts, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert wird. Das Bundesteilhabegesetz ist die gesetzliche Grundlage für dieses Beratungsangebot.

 

Das Bundesteilhabegesetz sieht vor, dass der Bund bundesweit ein Netz von Teilhabeberatungsstellen fördert, in denen sich behinderte Menschen und deren Angehörige kostenlos und unabhängig beraten lassen können.

 

Diese Beratung soll die Selbstbestimmung behinderter Menschen und ihre gesellschaftliche und berufliche Teilhabe fördern. Das Gesetz hat festgelegt, dass Menschen mit Behinderung, von Behinderung bedrohte Personen sowie deren Angehörige ein Recht auf eine Beratung haben, die unabhängig von Kostenträgern und Leistungsanbietern ist und die somit die bestehenden Beratungsangebote ergänzt.

 

Wozu brauchen wir dieses Beratungsangebot und warum soll es ergänzend und unabhängig sein?

 

Kostenträger wie die Krankenkassen, die Rentenversicherung, die Agentur für Arbeit oder der Eingliederungshilfeträger haben weiterhin die gesetzliche Verpflichtung, zu Leistungen zu beraten.

 

Auch Leistungserbringer, zum Beispiel Assistenzdienste oder Träger von Einrichtungen der Behindertenhilfe sollen weiterhin über ihre Angebote informieren.

 

Kostenträger und Anbieter von Leistungen haben aber häufig eigene Interessen, so dass nicht immer eine neutrale und unabhängige Beratung gewährleistet ist und die Selbstbestimmung nicht immer im Vordergrund steht.

 

Das Bundesteilhabegesetz bietet mehr Möglichkeiten zur persönlichen und selbstbestimmten Lebensgestaltung.

 

Der persönliche Bedarf wird bei der Gewährung von Leistungen stärker berücksichtigt.

 

Mehr Selbstbestimmung ist aber nur möglich, wenn die Leistungen und Hilfen den Menschen mit Behinderung bekannt sind und von diesen genutzt werden können.

 

Dies ist in der Praxis häufig schwierig, denn das Leistungsrecht verändert sich derzeit erheblich und für behinderte Menschen ist kaum nachvollziehbar, welche Leistungen sie erhalten können, welcher Kostenträger die jeweiligen Leistungen finanziert, wie diese Leistungen und Hilfen beantragt werden müssen und wer die Unterstützung und Hilfestellung erbringen kann. Genau zu diesen Fragen gibt die ergänzende, unabhängige Teilhabeberatung die notwendigen Informationen und Hilfestellungen.

 

Unsere Beratung erfolgt auf der Grundlage der individuellen Lebenssituation und sie richtet sich nach den persönlichen Bedarfen und Fragestellungen.

Wir leisten die Beratung von Betroffenen durch selbst Betroffene bzw. beziehen in der Selbsthilfe aktive Betroffene mit ein. Die Beratung ist für alle Ratsuchenden kostenlos.

 

Wozu können Sie sich beraten lassen?

 

Die Teilhabeberatung mit dem Schwerpunkt Sehen beinhaltet u. a.

 

  • Information und Beratung über Rehabilitations- und Teilhabeleistungen nach dem SGB IX sowie anderer Leistungsgesetze,
  • Beratung im Vorfeld der Beantragung von Leistungen, wie beispielsweise einer Leistung zur medizinischen Rehabilitation,
  • Beratung zu weiteren Angeboten, Leistungen und konkreten Hilfen (z. B. Hilfsmittel, Nachteilsausgleiche, Hilfen zur Alltagsbewältigung, Assistenzleistungen, Orientierung und Mobilität),
  • Vermittlung in die örtlichen Selbsthilfevereine,
  • Beratung bei psychosozialen Konflikten und Krisen, die durch Seheinschränkungen entstehen können.

 

Zu unseren Aufgaben gehören darüber hinaus die Planung und Begleitung von Informationsveranstaltungen in enger Kooperation und Abstimmung mit den örtlichen Blickpunkt-Auge-Beratungsstellen bzw. den Ortsvereinen und Bezirksgruppen der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe sowie die Bekanntmachung des Angebotes und Vertretung der Beratungsstelle in der Öffentlichkeit und in Netzwerken.

 

Wir leisten keine rechtliche Beratung und Begleitung im Widerspruchs- und Klageverfahren. Hierzu verweisen wir an die Rechtsberatungen, also z. B. an die Rechtsberatungsgesellschaft „Rechte Behinderter Menschen“ oder den VDK.

 

Bei der Teilhabeberatung mit Schwerpunkt Sehen kooperieren vier Verbände in NRW miteinander. Dies sind der Blinden- und Sehbehindertenverband Nordrhein e. V., Blinden- und Sehbehindertenverein Westfalen e. V., Pro Retina und das AMD-Netz. Die Kooperation sieht u.a. vor, dass Telefonische Sprechzeiten von den jeweiligen Verbänden abwechselnd abgedeckt werden, damit auch nachmittags und am frühen Abend eine Erreichbarkeit gegeben ist. Die örtlichen Zuständigkeiten wurden zwischen den Beratungsstellen aufgeteilt.

 

Die Teilhabeberatung mit dem Schwerpunkt Sehen ist telefonisch, per Mail oder nach vorheriger Terminvereinbarung auch in Form eines persönlichen Gespräches möglich.

Weitere Informationen und noch mehr Beratungsstellen finden Sie unter teilhabeberatung.de